Geschlossene Beteiligungen sind sehr komplexe Finanzprodukte. Die Fondsprospekte sind umfangreich und enthalten viele juristische – für Laien oft nur schwer zu verstehende – Formulierungen. Bei der Auswahl hilfreich sind daher die Bewertungen von Analysten und Fondsratingagenturen. Zudem werden die wesentlichen Fakten von Beteiligungen in einem meist ein bis zweiseitigem Fondsportrait zusammengefasst.
Es gibt viele unterschiedliche geschlossene Beteiligungen. Zu den bei deutschen Anlegern am weitesten verbreiteten Beteiligungen gehören sicherlich Schiffsbeteiligungen, Containerfonds, Flugzeugleasingfonds und geschlossene Immobilienfonds. Medienfonds hatten nur über einen kurzen Zeitraum eine Bedeutung aufgrund ihrer extremen steuerrechtlichen Konstruktion. Heute haben sie keine Bedeutung mehr. Aktuell stellen Private-Equity-Fonds interessante Beteiligungsmöglichkeiten dar, da man als Anleger hierüber sehr renditestark in die aufstrebenden Märkte Asiens und Lateinamerikas investieren kann. Auch die Themen der erneuerbaren Energie wie Solar- und Windkraft, sowie die wichtigen Infrastrukturthemen wie Wasser und Verkehrs- und Transportwesen werden durch Beteiligungsanlagen als alternative Anlageform abgedeckt. In jüngster Zeit kommen auch Öl- und Gasfonds, Waldbeteiligungen und Holzfonds auf den Anlagemarkt.
Bei der Auswahl des oder besser der richtigen Fonds kommt es auf einige wichtige Aspekte an, die Sie in den Fondsportraits und Fondsratings ablesen können.
Wichtige Informationen sind auszugsweise:
- Wer ist der Fondsinitiator / das Emissionshaus?
- Welche Historie hat das Emissionshaus? Wie sieht die Leistungsbilanz früherer Fonds aus?
- Handelt es sich um einen Eigenkapitalfonds oder soll der Fonds Fremdkapital und wenn ja, in welchem Umfang, aufnehmen?
Denn je höher der Fremdkapitaleinsatz in einem Beteiligungsfonds, desto höher ist aufgrund von Zins und Tilgung das Risiko. - Ist die Beteiligungs-Story schlüssig und plausibel?
- Steht die in Aussicht gestellte Rendite in Relation zum Risiko des Geschäftsmodells?
- Wie lange ist die geplante Beteiligungsdauer?
- Wie lange ist die prognostizierte Kapitalbindungsdauer?
Das heißt, nach wie vielen Jahren habe ich voraussichtlich meine Anlagesumme zurück? - Gibt es einen oder mehrere große institutionelle Mitinvestoren?
Dies kann ein positives Signal sein, wenn Großanleger das Beteiligungskonstrukt ebenfalls für aussichtsreich halten. - Handelt es sich bei einer Private-Equitiy-Beteiligung um einen Single-Fonds oder um einen Dachfonds?
Das Risiko eines Dachfonds ist in der Regel geringer als bei einem Single-Fonds. - Wie ist die Vergütung des Fondsmanagements und insbesondere die Gewinnverteilung zwischen Fondsmanagement und Anleger geregelt? Gibt es eine sogenannte “hurdle-rate“, bis zu der die Anleger vorab bedacht werden?

